Nachbarschaftsfragen: Urteil: Bauunternehmer haftet für Nachbargrundstück

Das Oberlandesgericht Köln entschied in einem aktuellen Urteil, dass Bauunternehmen für Beschädigungen oder gar den Einsturz des Nachbarhauses haften, wenn die nicht ordnungsgemäßen Baumaßnahmen der Grund für den Schaden darstellen (AZ 16 U 6/17). Im vorliegenden Fall war ein Haus eingestürzt, nachdem auf der benachbarten Baustelle ein großer Erdaushub vorgenommen worden war. Laut Gutachten waren die Aushubarbeiten nicht nach den anerkannten Regeln der Technik erfolgt und stellten die Ursache für die Beschädigung des Nachbarhauses dar. Der geschädigte Eigentümer klagte auf 200.000 Euro Schadensersatz.   Das Gericht stimmte der Klage zu und erklärte, dass Bauunternehmen bei Aushubarbeiten dazu verpflichtet sind, sicherzustellen, dass vor, während und nach den Arbeiten keinerlei Schäden an Nachbargebäuden verursacht werden.   Quelle: LBS   © photodune.net

Nachbarschaftsfragen: Urteil: Hecke muss nicht vorsorglich geschnitten werden

Das Landgericht Freiburg entschied in einem aktuellen Urteil, dass die Maximalhöhe einer Hecke nicht das ganze Jahr über eingehalten werden muss. Vor allem muss sie im Winter nicht vorsorglich gekürzt werden, so dass die Maximalhöhe in der Wachstumsphase sichergestellt wird (AZ 3 S 171/16). Im vorliegenden Fall hatte ein Eigentümer den Rückschnitt einer Hecke gefordert, die weniger als einen halben Meter von der Grundstücksgrenze entfernt steht. Er ist der Ansicht, dass diese das ganze Jahr über die Maximalhöhe von 1,80 m einhalten müsse. Dies beinhalte, dass der Nachbar bereits im Herbst und Winter die Hecke so zurückschneiden müsse, dass sie das ganze Jahr über die 1,80 m nicht überschreite. Das Landgericht Freiburg entschied nun aktuell zu Gunsten des Heckenbesitzers. Er muss seine Hecke lediglich während der Wachstumsphase zwischen März und September auf die festgelegten 1,80 m zurückschneiden. Ein vorsorglicher Schnitt in den Wintermonaten ist dagegen nicht zu rechtfertigen. © photodune.net

Nachbarschaftsfragen: Urteil: Heckengröße wird am Geländeniveau des Nachbarn gemessen

Der Bundesgerichtshof entschied in einem aktuellen Urteil, dass eine Grenzbepflanzung von Grundstücken sich dem Geländeniveau der benachbarten Grundstücke anpassen muss. Liegt die Bepflanzung beispielsweise tiefer als das Nachbargrundstück, wird die erlaubte Wuchshöhe an dem höheren Niveau des Nachbarn gemessen. Im vorliegenden Fall hatten zwei Grundstückseigentümer in Hanglage über die Wuchshöhe einer Grenzhecke gestritten. An der Grenze befindet sich eine Geländestufe, die in ca. 1 bis 1,25 Metern Höhe verläuft. Der Eigentümer des oberen Grundstücks verlangte, dass sein Nachbar die Hecke mindestens zweimal pro Jahr auf 2 Meter zurückschneidet, gemessen am oberen Ende der Mauer. Sein Nachbar entgegnete, dass die Ansprüche auf Rückschnitt nach bayerischem Nachbarrecht verjährt seien. Der Bundesgerichtshof entschied nun aktuell, dass die Hecke wie gefordert zurückgeschnitten werden muss. Wenn ein Grundstück tiefer liegt als das des Nachbarn, ist eine Beeinträchtigung erst nach Erreichen des Höhenniveaus beeinträchtigt. Aus diesem Grund muss die Wuchshöhe am Bodenniveau des höher gelegenen Grundstücks und nicht an der Austrittsstelle der Pflanzen gemessen werden. © Fotolia.de / hywards