Politik & Wirtschaft: DDIV kritisiert Entwurf des Zensus 2021

Alle zehn Jahre erhebt das Statistische Bundesamt und die Landesämter Daten über die Bevölkerung und Wohnungssituation in Deutschland. Der nächste Zensus der EU Mitgliedstaaten findet am 10. Mai 2021 statt. Das Zensusgesetz aus dem Jahre 2011 wurde in einem Entwurf der Bundesregierung um zwei Erhebungsmerkmale erweitert, die der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) deutlich kritisiert und die Änderung des Entwurfes fordert. Zum einen wird der in dem Zensusentwurf undifferenzierte Verwalterbegriff kritisiert, der für Unstimmigkeiten und Abgrenzungsprobleme hinsichtlich der Auskunftspflicht sorgt. Für den DDIV ist die fehlende Definition des Verwalterbegriffs unverständlich, denn seit Mitte 2018 liegt bereits eine Definition für Wohnimmobilienverwalter in der Gewerbeordnung (GewO) vor, die zwischen einem Mietverwalter und einem Immobilienverwalter von Wohneigentum (WEG-Verwalter) und seinen Zuständigkeiten unterscheidet.   Der zweite Kritikpunkt bezieht sich auf die Erweiterung des Erhebungsmerkmals „energetischer Zustand eines Gebäudes“. Auch hier verlangt der DDIV eine genaue Definition, denn es ist unklar, welche Daten zusätzlich erhoben werden sollen und in wessen Zuständigkeitsbereich die Erhebung fällt. Die im Energieausweis erfassten Daten hinsichtlich des Energiebedarfs eines Gebäudes reichen der Bundesregierung für die Erhebung nicht aus.   Laut DDIV geht die von der Bundesregierung gewünschte Erweiterung der Erhebungsmerkmale weit über die Richtlinien der EU hinaus. Der Entwurf des Zensusgesetzes soll nach der Sommerpause vom Bundestag beschlossen werden.    Quelle: DDIV © http://photodune.net

Politik & Wirtschaft: Zahl der Baugenehmigungen 2018 gesunken

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr zwischen Januar und Dezember nur 347.300 Wohnungen genehmigt. Im Jahr 2017 lag die Zahl bei knapp 349.000.    Für den Spitzenverband der Wohnungswirtschaft Deutschland (GdW) sind diese Zahlen alarmierend. Sie rufen die Bundesregierung erneut dazu auf, die im Koalitionsvertrag geplanten Planungs- und Beschleunigungsgesetze endlich umzusetzen. Zudem müssen steuerliche Verbesserungen für Bauherren nicht nur auf drei Jahre begrenzt, sondern dauerhaft festgeschrieben werden.  Außerdem fordert der Verband die Förderung einer seriellen sowie standardisierten Bauweise und eine bundesweit gültige bauliche Zulassung für Neubauten. Nur so lassen sich die vielen Baugenehmigungen schneller bearbeiten und deren Zahl in Zukunft steigern, so der Verband.  Quelle: GdW © photodune.net

Politik & Wirtschaft: Bauträger finden kaum noch Bauland

Knapp 1,5 Millionen Wohnungen will die Bundesregierung bis 2022 neu bauen – das wären knapp 375.000 Wohnheiten pro Jahr. Für den Bundesverband Freier Immobilien und Wohnungsunternehmen (BFW) ist diese Zahl jedoch reine Utopie.   Der Bundesverband rechnet höchstens mit 250.000 neuen Wohnungen in diesem Jahr. Als Ursache macht der BFW gleiche mehrere Gründe aus. So finden Bauträger in vielen Städten kaum noch freies Bauland. Zudem treiben Spekulanten die Preise für Grundstücke immer weiter in die Höhe. Ein Teil dieser Spekulanten sind finanzkräftige Investoren aus dem Ausland, die auf noch höhere Preise bei Grundstücken spekulieren.    Ein weiteres Problem sei der Mangel an Fachkräften. So gaben 80 Prozent der Befragten einer im Auftrag des BFW durchgeführten Umfrage an, dass sie kaum noch geeignetes Fachpersonal finden und sie aus diesem Grund Bauaufträge ablehnen müssten. Der Bundesverband fordert daher die Bundesregierung auf, das Thema Bauland zügig in Angriff zu nehmen und das Baurecht zu entschlacken. Ohne gesetzliche Änderungen wird das Ziel von 1,5 Millionen neuen Wohnungen – nach Ansicht des BFW – nicht zu schaffen sein. Quelle: BFW   © photodune.net

Politik & Wirtschaft: Lösen Dachausbauten und Aufstockungen das Wohnungsproblem?

Bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 will die Bundesregierung rund 1,5 Millionen neue Wohnungen schaffen. Doch gerade in Ballungsgebieten, Groß- sowie Universitätsstädten reicht das vorhandene Bauland nicht aus, um diese Zahl zu erreichen. Der Fachverband Mineralwolleindustrie e. V. (FMI) fordert daher, Dachausbauten und Aufstockungen stärker zu fördern. Nach Angaben des FMI könnten allein durch Dachausbauten sowie Aufstockungen von bestehenden Wohnimmobilien rund eine Million neue Wohnungen entstehen. Doch laut Fachverband fokussiere sich die Bundesregierung bisher nur auf den Bau neuer Wohnungen und vernachlässige so Bestandsimmobilien. Die Idee des FMI ist nicht neu. Bereits vor drei Jahren haben die TU Darmstadt sowie das IPS Pestel Institut in Hannover in einer Studie auf das große Potenzial dieser Baumaßnahmen hingewiesen. Damals haben die Wissenschaftler ermittelt, dass etwa 600.000 Mehrfamilienhäuser für Dachausbauten und Aufstockungen geeignet wären. Doch laut FMI haben weder die damalige Bundesregierung noch die zuständigen Ministerien diesen Vorschlag aufgenommen. Da sich die Wohnungsnot auch 2019 verschärfen wird, hofft das FMI, dass der Staat sich diesem Thema endlich annimmt und sich das Wohnungsproblem damit etwas entschärft. Quelle: Fachverband Mineralwolleindustrie e. V. © photodune.net

Politik & Wirtschaft: Kommt das Bestellerprinzip beim Immobilienkauf?

Diese Meldung sorgte bereits Ende 2018 bei Immobilienverbänden für ordentlich Aufregung. Das Bestellerprinzip für Kaufimmobilien könnte auch dieses Jahr das dominante Thema in der Immobilienbranche werden.  Doch worum geht es genau? Das Bundesministerium für Justiz plant in einem sog. „Referentenentwurf“ die Einführung des Bestellerprinzips auch bei Kaufimmobilien. Das würde bedeuten, dass Immobilienmakler nach dem Willen des neuen Gesetzes nur noch als Vertreter des Verkäufers arbeiten dürften. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) lehnt eine solche Regelung ab und sieht die Vertrags- sowie Berufsfreiheit für Makler in Gefahr. Zudem weist der Verband darauf hin, dass sich bereits bei 75 % aller Immobilienvermittlungen Käufer und Verkäufer die Provision teilen. Nach Ansicht des IVD würde das neue Gesetz Immobilienkäufer nicht ent-, sondern noch mehr belasten, da die Verkäufer die Maklerprovision auf den Kaufpreis aufschlagen werden.   Im Bundestag soll sich nach Brancheninformationen eine Mehrheit für dieses Gesetzesvorhaben abzeichnen, denn die FDP, die Linken sowie die Grünen begrüßen den Gesetzesentwurf aus dem Bundesjustizministerium.   Quelle: IVD © photodune.net

Politik & Wirtschaft: Versorger heben zum Jahreswechsel die Gaspreise an

Gaskunden konnten sich in den vergangenen fünf Jahren über stetig sinkende Preise freuen. Doch damit scheint es vorbei zu sein, denn zahlreiche Grundversorger haben angekündigt, zum Jahreswechsel die Gaspreise anzuheben. Wie das Vergleichsportal Verivox jüngst mitteilte, planen 224 der insgesamt 710 Versorger die Preise für Gas im Dezember dieses Jahres sowie im Januar 2019 um fast acht Prozent zu erhöhen. Das heißt konkret: Ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Jahresverbrauch bezahlt im kommenden Jahr etwa 97 Euro mehr für die Gasversorgung. Als Grund nennt Verivox die gestiegenen Einkaufspreise für Erdgas. Diese seien in den letzten beiden Jahren um ca. 40 % gestiegen. So kostete etwa ein Terajoule Erdgas im August 2016 noch knapp 4.000 Euro. Im August dieses Jahres lag der Preis bei schon 5.500 Euro.  Quelle: Verivox © photodune.net

Politik & Wirtschaft: Grundsteuer: ifo Institut empfiehlt Bemessung nach Flächen

Bereits seit einiger Zeit fordern Branchenverbände und Experten die Reformierung der Grundsteuerberechnung. Hierzu hat das ifo Institut nun eine klare Empfehlung zu einer Berechnung nach Flächen ausgesprochen. Geeignet sei eine Kombination aus Grundstücks-, Wohn- und Nutzfläche, um den zu besteuernden Wert festzulegen. Wertbasierte Berechnungen bringen laut ifo Institut dagegen erhebliche Probleme mit sich: Zum einen müssten zur Verwendung der aktuellen Verkehrswerte diese erst mit hohem Kostenaufwand bestimmt werden. Zum anderen würden wertbasierte Steuermodelle zu einer enormen Umverteilung der Grundsteuerlast führen – private Eigentümer sowie Mieter in Großstädten würden hierbei deutlich mehr belastet werden als bisher. Auch der Eigentümerschutzbund Haus & Grund hält den flächenbasierten Ansatz („wer mehr Fläche hat, zahlt mehr“) für ein gerechtes Modell. Noch bis 2025 hat der Gesetzgeber nach dem aktuellen Urteil des Bundesverfassungsgerichts Zeit, eine neue Berechnungsgrundlage zu beschließen und die Grundsteuer zu reformieren. © photodune.net

Politik & Wirtschaft: Immobilienblase: Warum ein Ende kaum Folgen hätte

Würde der Immobilienboom in Deutschland in naher Zukunft enden, hätte dies kaum gravierende Auswirkungen für die Wirtschaft und die Verbraucher, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der staatlichen Förderbank KfW.    Die Experten begründen ihr Urteil u. a. mit der geringen Verschuldung der deutschen Haushalte. So beträgt in Deutschland der Anteil an Bauinvestitionen gemessen am Bruttoinlandsprodukt nur 10 %. In Ländern wie Irland oder Spanien betrug er dagegen 20 %. Zudem seien die Investitionskosten beim Wohnungsbau hierzulande nur sehr leicht gestiegen. Auch die geringe Beschäftigungszahl in der Baubranche sei ein Indiz dafür, dass bei einem Ende des Immobilienbooms in Deutschland aus makroökonomischer Sicht kaum Gefahr drohe.   Als vor einigen Jahren in den beiden EU-Staaten Irland und Spanien in Folge der Weltfinanzkrise die Immobilienblase platzte, führte dies in beiden Ländern zu massiven wirtschaften Problemen.   Quelle: KfW   © photodune.net

Politik & Wirtschaft: Neue Regelung für Modernisierung des Mietwohnbestandes

Wie der Eigentümerverband Haus & Grund mitteilt, wurde aktuell eine neue Regelung zur Vereinfachung von kleineren Modernisierungsmaßnahmen beschlossen. Private Vermieter sollen dadurch einfacher sanieren können, ohne die Interessen ihrer Mieter aus den Augen zu verlieren. Haus & Grund befürwortet außerdem den Beschluss, Praktiken von Finanzinvestoren wie die Durchführung von teuren Modernisierungen und das anschließende Herausdrängen von Mietern aus ihren Wohnungen zu verbieten. Ein solches Gebaren habe in den vergangenen Jahren auch das Image von soliden Privatvermietern beschädigt, so Haus & Grund weiter. Eine weitere Neuerung: Zukünftig müssen Vermieter im Rahmen der Mietpreisbremse nur dann die vorherige Miete angeben, wenn sie sich auf diese berufen. Somit bleibe der bürokratische Aufwand für die Vermieter entgegen aller Befürchtungen der Immobilienexperten moderat. Quelle: Haus & Grund © Fotolia.de / AndyDeanPhotography

Politik & Wirtschaft: Baukindergeld: Neue Anreize für Bauherren und Immobilienkäufer

Um Familien den Hausbau und den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern, hat die Große Koalition von CDU/CSU und SPD aktuell eine zügige Einführung des Baukindergelds beschlossen. Die Förderung richtet sich an etwa 200.000 Familien und soll rückwirkend zum 1. Januar 2018 bis zu einem versteuernden Einkommen von 75.000 Euro zuzüglich 15.000 Euro Freibetrag pro Kind gewährt werden. Gleichzeitig wurden Steueranreize beschlossen, die den Bau von Mietwohnungen fördern und rund zwei Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen. Neue Regeln gelten zukünftig auch für Vermieter: So werden sie verpflichtet, Vormieten offen zu legen und können nur noch acht statt bisher elf Prozent ihrer Sanierungskosten auf die Mieter umlegen. Die Reaktionen der Branchenverbände fallen unterschiedlich aus. Während der Immobilienverband Deutschland (IVD) empfiehlt, das Baukindergeld mit einem Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer zu verknüpfen, wirft der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW) den regierenden Parteien einen schlingernden Kurs beim Mietrecht vor. Die Mietpreisbremse sei für unwirksam erklärt worden und kein zukunfttragendes Marktinstrument. ©